
Der Havaneser
Ein kleiner Hund, über den kaum jemand spricht.
Man sieht sie ständig. In Wohngebieten, in Cafés, im Park zwischen Kinderwagen und Labrador. Und trotzdem bleibt er merkwürdig unscheinbar. Kaum jemand kann ihn sicher benennen, kaum jemand weiß, wofür er eigentlich gezüchtet wurde.
Der Havaneser ist kein Hund, der polarisiert. Er ist kein Spezialist mit Arbeitsauftrag. Kein Charakterdarsteller mit Ecken und Kanten, die Trainingspläne füllen. Und genau das ist sein Wesen.
Der kleine Mann oder die kleine Frau leben nach dem Motto: Mittendrin statt nur dabei.
Aber eben ohne Drama. Nicht aggressiv, nicht aufbrausend, nicht vehement einfordernd.
„Du bist meine allerallerallerbeste Freundin“, sagt der Havaneser, während er sich neben dich legt.
Er hebt noch einmal kurz den Kopf, nur um sicherzugehen, dass deine Hand ihn findet.
„Allerallerbeste.“
Ursprünglich kamen seine Vorfahren aus dem Mittelmeerraum. Mit Händlern gelangten kleine Bichon-Typen nach Kuba, wo sie weitergezüchtet wurden – nicht für Jagd, nicht für Wachsamkeit, nicht für selbstständige Aufgaben. Sondern für einen simplen Zweck: ein unkomplizierter Begleithund zu sein. Ohne ausgeprägten Territorialtrieb. Ohne starkes Jagdverhalten. Ohne die innere Notwendigkeit, ständig etwas regeln zu müssen.
Der Havaneser möchte dazugehören. Er möchte wissen, wo du bist, was du machst, wohin du gehst. Nicht kontrollierend. Nicht übergriffig. Sondern interessiert.
„Du“, sagt die kleine Havaneserin, „ich mag dich und ich mag die Welt so.“
Er ist neugierig, oft ausgesprochen sozial, geht auf andere Hunde zu, schnuppert, prüft die Lage. Und wenn es ihm zu wild wird, zieht er sich zurück. Ohne Szene. Ohne Kommentar.
„Nee, der ist mir zu groß und zu wild“, entscheidet er, wenn der junge Labrador mit schweren Tatzen auf ihn einprasselt – und stellt sich wieder neben dich.
„Ich bin eh lieber bei dir.“
Viele Hunde stören sich nicht an ihm, weil er sich selbst nicht wichtig macht. Er kommt nicht mit Druck, nicht mit Forderung, nicht mit übertriebener Präsenz. Das macht ihn im Alltag so angenehm.
Gleichzeitig ist er feinfühlig. Er reagiert auf Stimmungen, spürt Spannungen im Haushalt, sucht Nähe, wenn etwas nicht ganz rund läuft. Dieses Kopf-anlehnen, dieses leise Dabeisein – das ist kein Zufall. Es ist Zuchtidee. Über Generationen wurde genau das gefördert: Freundlichkeit, Anpassungsfähigkeit, geringe Aggression, hohe Menschenbezogenheit.
Er ist kein Hund für dauerhafte Unruhe oder inkonsequente Führung – dann wird aus Feinfühligkeit schnell Nervosität.
„Hast du mich noch lieb?“, fragt er nicht wirklich – aber sein Blick kann genau das transportieren, während er sein Köpfchen in deinen Schoß drückt.
Die Kehrseite dieser engen Bindungsorientierung ist offensichtlich: Alleinbleiben fällt vielen Havanesern schwer. Nicht aus Trotz. Nicht aus Verwöhnung.
„Du willst in einem anderen Raum sein als ich? Das ist doch Blödsinn!“, sagt er und trottet dir ins Arbeitszimmer hinterher, auch wenn die Couch gemütlicher wäre.
Mit Kindern kommen sie meist gut zurecht. Sie sind verspielt, oft clownesk, können vor Freude regelrecht übersprudeln. Aber sie sind selten grob. Keine harten Hunde. Eher weiche Charaktere mit erstaunlicher sozialer Intelligenz.
Als Wachhunde sind sie nicht gedacht – aber aufmerksam sind sie durchaus. Sie melden, wenn ihnen etwas bemerkenswert erscheint. Übernimmt der Mensch, beruhigen sie sich schnell.
So herzallerliebst der Havaneser ist: Auch er braucht Führung. Nicht stark und kraftvoll, sondern Regeln, an denen er sich orientieren kann. Denn die Lebensfreude brennt auch mit dem kleinen Mann oder der kleinen Frau hin und wieder durch – und dann ist es gut, wenn jemand ruhig entscheidet.
Havaneser produzieren keine Schlagzeilen.
Keine Dramen. Keine Diskussionen.
„Weißt du“, würde der Havaneser sagen, „ich mag dich einfach. Und die anderen sind auch okay. Und ich mag es, wenn alles sich ein bisschen lieb hat.“
Er wäre vermutlich erfolgreicher,
wenn er schwieriger wäre.
Quelle: www.der-hundegefaehrte.de
Herkunft und Geschichtliches
Diese Rasse stammt aus der westlichen Mittelmeergegend und hat sich entlang der spanischen und italienischen Meeresküste entwickelt. Offenbar wurden diese Hunde frühzeitig durch italienische Überseekapitäne in Kuba eingeführt. Inzwischen sind alle Havaneser-Blutlinien in Kuba ausgestorben; anscheinend konnten jedoch einzelne Hunde aus Kuba herausgeschmuggelt werden, deren Nachkommen in den USA überlebten.
Heute ist der Havaneser in der ganzen Welt beliebt, wohl auch deshalb, weil es ihn, im Unterschied zu den nur weiß gezüchteten anderen Bichons (Malteser, Bologneser, Bichon Frisé), in vielen Farben gibt.
Beschreibung
Der Havaneser hat eine Widerristhöhe von 23 bis 27 cm (toleriert werden 21 bis 29 cm). Das Gewicht ist sehr unterschiedlich und kann von 3 bis 4 kg bis hin zu 8 bis 9 kg reichen. Das Deckhaar ist sehr lang (12 bis 18 cm bei einem erwachsenen Hund), weich, glatt oder gewellt und kann lockige Strähnen bilden. Es besitzt kaum Unterwolle; ein Haarwechsel zwischen Winter- und Sommerfell findet nicht statt. Die Farbe ist selten vollständig reinweiß; falbfarben in verschiedenen Tönungen von hellfalbfarben bis havanafarben (tabakfarben, rot-braun); in diesen zulässigen Farben gefleckt; leicht schwarz gewolkt erlaubt. Die leicht spitz auslaufenden Hängeohren sind relativ hoch angesetzt, nicht anliegend und dicht mit langen Fransen besetzt. Die Rute wird hoch getragen, entweder in Form eines Krummstabs oder, vorzugsweise, über dem Rücken gerollt.
Wesen
Der Havaneser ist ein guter Wohnungshund, zumal er meist nicht kläfft. Er passt gut zu alleinstehenden Senioren, doch lieber ist ihm eine ganze Familie, bei der er im Mittelpunkt stehen kann. Er passt sich seiner Familie an. Er zieht sich zurück, wenn man gerade keine Zeit für ihn hat; und wenn man nicht täglich mehrmals mit ihm spazieren gehen kann, genügt ihm zwischendurch auch ein Garten zum Toben. Er ist lebhaft, fröhlich, anhänglich, verschmust und liebt es, mit Kindern zu spielen. Das üppige seidige Haarkleid muss oft gebürstet und gekämmt werden, damit es nicht verfilzt.
Quelle: wikipedia.org
Anmerkung: Es sollen nicht alle Havaneser-Blutlinien in Kuba ausgestorben sein.

Kosten
Jeder der sich für einen Havaneser interessiert, wird irgendwann die Frage stellen, "was kostet mich so ein Tier eigentlich?" Folgendes sollten Sie bei diesem Thema bedenken:
Anschaffung:
Ein Havaneser ist ein Rassehund. Die Zucht von Rassehunden ist sehr kostenintensiv. Verantwortungsbewusste Züchter werden daher durch ihre Zucht auch nie reich werden. Es ist und bleibt in erster Linie ein Hobby, dass sich finanziell jedoch selber tragen sollte.
Bevor der erste Welpe einer Zucht verkauft werden kann, hat der Züchter eine ganze Menge an Vorleistung zu erbringen. Alles fängt mit der Anschaffung einer geeigneten Zuchthündin an. Noch bevor mit dem ersten Decken der Hündin begonnen werden kann, ist die Mitgliedschaft in einem Zuchtverband Voraussetzung. Nur über die Eintragung bei einer Zuchtbuchstelle sind ordentliche Papiere erhältlich, welche ein Nachweis über die Rassereinheit, die vorhergehenden Generationen der Zuchttiere und die ordnungsgemäße Führung der Zucht sind. Dann geht es weiter mit den regelmäßigen tierärztlichen Untersuchungen, Impfungen, Entwurmungen, ordentliche Ernährung mit hochwertigem Futter, Vorführung bei einem Zuchtwart oder auf Ausstellungen, Bescheinigung der Zuchttauglichkeit und noch vieles mehr. Ist die Hündin dann so weit und kann gedeckt werden, muss bereits im Vorfeld ein geeigneter Zuchtrüde gefunden werden, der insbesondere von der Linie her zur Hündin passt. Dazu sind oft auch weite Anfahrten notwendig. Am Ende ist noch das Deckgeld zu entrichten.
Verläuft die Trächtigkeit planmäßig, steht etwa 2 Monate später die Geburt an. Zwischendurch geht es noch zum Ultraschall und- oder zum Röntgen.
Die Welpen werden in den ersten 9 Wochen mehrfach entwurmt, tierärtzlich untersucht, müssen geimpft und mit einem Microchip zur Identifizierung versehen werden. Der Tierarzt oder der Zuchtwart des Zuchtverbandes wird den Wurf begutachten und abnehmen, anschließend werden die Papiere ausgestellt.
Wenn bis dahin alles gut gegangen ist, können die Welpen nun mit einem Welpenpaket in ihr neues Heim umziehen und ihren neuen Besitzern viel Freude schenken.
Vor diesem Hintergrund sollte es allen verantwortungsbewussten Hundefreunden klar sein, dass ein Welpe eben nun mal nicht als Schnäppchen zu haben ist. In Deutschland müssen Sie mit einem Kaufpreis von mindestens 1400 € – 2000 € rechnen. Chocolate-Havaneser sind oft noch teurer. Den genauen Preis wird Ihnen der Züchter dann persönlich nennen. Alles was weniger ist, sollte sehr sehr kritisch hinterfragt werden. Kein Züchter kann es sich leisten auf Dauer draufzuzahlen. Also muss dann irgendwo das Geld eingespart werden. Nicht selten stammen sehr preiswerte Hunde aus äußerst dubiosen Quellen und Massenzuchten, oft aus dem Ausland, ohne jede Kontrolle und teilweise unter erbärmlichen Bedingungen aufgezogen, da sind Krankheiten vorprogrammiert.
Bedenken Sie bitte dies bei ihrer Entscheidung.
Ein seriöser Züchter wird keine Probleme haben seine Zuchtstätte zu zeigen. Und was in der Regel unbezahlbar ist, er wird Ihnen auch stets beratend zur Seite stehen, egal ob Sie sich erst über die Rasse an sich informieren wollen, einen Welpen bei ihm kaufen wollen, oder ob der Kauf schon Jahre zurückliegt.
laufende Kosten:
* Wenn Sie den kleinen Welpen erst einmal in Ihren Armen halten, werden Sie schnell spüren, wie viel Freude er einem schenken wird. Trotzdem noch ein kurzer Blick auf die laufenden Kosten, die im eigenen Budget eingeplant werden sollten:
* Zunächst einmal die Futterkosten. Wenn Sie auf ein hochwertiges Futter zurückgreifen, sollten Sie umgerechnet mit 1 € - 4 € pro Tag auskommen.
* Einmal im Jahr ist die Grundimpfung fällig. Die Tierarzthonorare hierfür sind recht unterschiedlich. Im Schnitt sollten Sie hierfür 50-70 € einplanen.
* Regelmäßiges Entwurmen ist ebenso unverzichtbar. Bitte klären Sie sowohl den Preis als auch die Häufigkeit mit Ihrem Tierarzt ab. Im Schnitt kostet eine Entwurmung ca. 8-15 €. Einige Tierärzte raten prophylaktisch alle drei Monate zum Entwurmen, andere möchten erst einmal eine Kotprobe zur Untersuchung haben.
* Vorbeugender Schutz durch Antiparasitika gegen Zecken, Flöhe, Milben, etc. sollte auch selbstverständlich sein. Hierfür gibt es eine Vielzahl von Mitteln auf dem Markt. Klären Sie bitte mit Ihrem Tierarzt ab, welches für Sie das geeignetste ist. Für einen Havaneser belaufen sich die Kosten je nach Häufigkeit der Anwendung auf 10-50 € im Jahr.
Im Normalfall sollte dies ausreichen um dem Hund ein gesundes und zufriedenes Leben zu ermöglichen.
Hinzu kommt allerdings noch die Hundesteuer. Da diese von jeder Gemeinde eigenständig festgelegt wird, ist eine pauschale Aussage zu der Höhe nicht möglich. Hier in der Region liegt sie derzeit bei 40 – 100 € pro Jahr für einen Hund. In Ihrer Gemeinde oder Stadt kann sie jedoch auch (deutlich) davon abweichen. Bitte erkundigen Sie sich hierzu bei ihrer Gemeinde(Stadt)verwaltung.
Gelegentlich werde ich auch gefragt, welche Versicherungen für einen Hund notwendig sind. Zu empfehlen ist immer eine Haftpflichtversicherung, da Schäden die der Hund verursacht, nicht durch die privat Haftpflicht abgedeckt sind. Die Angebote hierfür gehen weit auseinander. Günstige Versicherungen sind schon für ca. 40 € im Jahr zu haben. Nach oben hin ist alles offen. Ich empfehle Ihnen sich mehrere Angebote einzuholen und die Leistungen genau zu vergleichen.
Bitte beachten Sie:
Bei den oben gemachten Angaben handelt es sich um Durchschnitts- und Erfahrungswerte. Die tatsächlichen Kosten hängen stark von den individuellen Gewohnheiten und regionalen Gegebenheiten ab und können daher von den genannten Werten abweichen.
Mittlerweile haben sich die Preise stark verändert, also gehen sie davon aus, auch mehr bezahlen zu müssen.
Stand: 2023
Ich wünsche Ihnen allen allzeit viel Freude mit Ihrem Hund.

